Viele E-Commerce-Prozesse wirken auf den ersten Blick automatisiert und digitalisiert, sind im Hintergrund aber noch erstaunlich manuell. Bestellungen gehen im Shop ein, werden exportiert, geprüft, ins ERP übertragen, mit Lagerbeständen abgeglichen und an Versand oder Buchhaltung weitergegeben. Anschließend müssen Statusinformationen häufig wieder im Shop aktualisiert werden.
Solange das Bestellvolumen überschaubar bleibt, lassen sich solche Abläufe oft mit Workarounds auffangen. Kommen jedoch weitere Vertriebskanäle, Kundengruppen, Produktvarianten, Lagerorte oder B2B-Anforderungen hinzu, steigt der Abstimmungsaufwand. Gleichzeitig nehmen Fehler, Verzögerungen und doppelte Datenpflege zu.
Mit einer BigCommerce Dynamics 365 Integration werden Onlineshop und ERP direkt miteinander verbunden. Bestellungen sowie Kunden-, Produkt-, Preis- und Bestandsdaten können automatisiert zwischen den Systemen ausgetauscht werden. BigCommerce bietet dafür eine flexible Plattform und ein umfangreiches App- und Integrationsökosystem, über das sich sowohl Dynamics 365 Business Central als auch Dynamics 365 Finance & Supply Chain Management anbinden lassen.
Für mittelständische Unternehmen geht es dabei um mehr als eine technische Schnittstelle. Entscheidend ist, dass die gesamte Prozesskette vom Warenkorb bis zur Auftragsabwicklung zuverlässig funktioniert und auch bei wachsendem Bestellvolumen stabil bleibt.
Warum manuelle Auftragserfassung im E-Commerce zum Problem wird
Manuelle Auftragserfassung entsteht selten bewusst. Häufig wächst sie mit dem Geschäft mit: Ein Shop wird eingeführt, ein ERP-System ist bereits vorhanden, einzelne Teams helfen sich mit CSV-Exporten, E-Mails oder Zwischentabellen. Anfangs ist das pragmatisch. Später wird es zur Belastung.
Typische Probleme sind:
- Aufträge werden verzögert im ERP angelegt.
- Bestände im Shop sind nicht aktuell.
- Kundendaten werden doppelt gepflegt.
- Preise und Rabatte weichen zwischen Shop und ERP voneinander ab.
- Versandstatus oder Rechnungsinformationen werden nicht automatisch zurückgespielt.
- Mitarbeitende müssen Fehler suchen, statt Prozesse zu steuern.
Gerade im B2B-Commerce kann das schnell kritisch werden. Dort sind Aufträge oft komplexer als im klassischen B2C-Shop: kundenspezifische Preise, Zahlungsbedingungen, Lieferadressen, Freigaben, Teillieferungen oder individuelle Sortimente müssen korrekt verarbeitet werden. BigCommerce ordnet ERP-Integration im B2B-Commerce deshalb als wichtigen Faktor für Skalierbarkeit und Prozessoptimierung ein.
Das kann eine BigCommerce Dynamics 365 Integration leisten
Eine BigCommerce Dynamics 365 Integration sorgt dafür, dass BigCommerce und Dynamics 365 definierte Daten automatisiert austauschen. Welche Daten das sind, hängt vom Geschäftsmodell, der Dynamics-365-Variante und der bestehenden Systemlandschaft ab.
In der Praxis geht es häufig um folgende Datenflüsse:
Bestellungen vom Shop ins ERP
Neue Shop-Bestellungen werden in Dynamics 365 als Verkaufsaufträge angelegt. Microsoft stellt für Dynamics 365 Business Central beispielsweise API-Ressourcen rund um Sales Orders bereit, darunter auch Möglichkeiten zum Erstellen von Verkaufsaufträgen über die API.
Kundendaten und Adressen
Kundenkonten, Rechnungsadressen, Lieferadressen und Kontaktinformationen können zwischen Shop und ERP abgeglichen werden. Wichtig ist dabei eine klare Regel, welches System für welche Daten führend ist.
Produkt- und Artikeldaten
Artikelnummern, Varianten, Verfügbarkeiten, Preise oder technische Grunddaten können aus Dynamics 365 an BigCommerce übergeben werden. Bei umfangreichen Produktinformationen kann zusätzlich ein PIM-System sinnvoll sein, weil Marketingtexte, Medien, technische Attribute und kanalabhängige Inhalte nicht immer sauber im ERP gepflegt werden sollten.
Kategoriehierarchien
Ohne Integration wird die Kategoriestruktur doppelt gepflegt, im ERP und im Shop. Wächst oder verschiebt sich das Sortiment, driften beide Seiten auseinander. Eine Synchronisierung überträgt Strukturänderungen automatisch in den Shop und ordnet neue oder verschobene Artikel den passenden Kategorien zu. Das reduziert doppelten Aufwand und hält die Shop-Struktur konsistent mit dem Sortiment im ERP.
Bestände und Verfügbarkeiten
Ohne Integration werden Bestände oft nur in festen Intervallen aktualisiert, sodass der Shop zeitweise falsche Mengen anzeigt. BigCommerce beschreibt fehlende Bestandstransparenz als eine der größten Hürden im Omnichannel Inventory Management. Eine Integration gleicht die Bestände aus Dynamics 365 mit BigCommerce ab, auch über mehrere Lagerorte hinweg. Das senkt das Risiko von Überverkäufen und reduziert Rückfragen durch falsch angezeigte Verfügbarkeiten.
Versand- und Statusinformationen
Nach der Verarbeitung im ERP können Statusänderungen, Trackinginformationen oder Versandmeldungen an BigCommerce zurückgegeben werden. Dadurch erhalten Kund*innen transparentere Informationen, während der Kundenservice weniger manuell nachfassen muss.
Multi-Channel
Wer mehrere Onlineshops oder Vertriebskanäle betreibt, pflegt Produktdaten häufig getrennt und muss Änderungen mehrfach eintragen. Bei einer Integration liefert Dynamics 365 zentral gepflegte Produktdaten an mehrere Webshops gleichzeitig, sodass Änderungen an einer Stelle an alle Kanäle übertragen werden. So bleiben die Kanäle konsistent und lassen sich aus einer Datenbasis steuern.
Portal-Funktion
In der Realität des B2B-Onlinehandels entstehen Bestellungen nicht nur im Shop, sondern auch über Telefon, E-Mail oder EDI, sodass Kund*innen nur einen Teil ihrer Aufträge online einsehen können. Über die Integration wird BigCommerce zum zentralen Kundenportal mit Zugriff auf Bestellungen aus verschiedenen Kanälen sowie auf zugehörige Dokumente aus Dynamics 365. Das entlastet den Kundenservice bei Rückfragen und gibt Kundinnen einen vollständigen Überblick über ihre Auftrags- und Belegdaten.